u.a. Regie: Helmut Wiesner
PREMIERE: Samstag, 3. Juli 2010, 19.30 Uhr
THEATER REICHENAU - GROSSER SAAL (Sitzplan und Preise) Weitere Vorstellungen siehe Spielplan
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Die Handlung spielt in einem Kurort, in dem die florierende
Badeanstalt viele Kurgäste und Patienten anzieht und daher
von wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung
ist. Untersuchungen des Kurarztes Doktor Thomas Stockmann
ergeben, dass die Wasserleitung durch die von seinem
Schwiegervater betriebene Gerberei verseucht wird, und sich
die Kuranstalt auf „verpestetem Grund“ befindet, sodass das
Wasser verseucht und gesundheitsschädlich ist. Doktor
Stockmann beschließt, diese Tatsache an die Öffentlichkeit
zu bringen, gewinnt anfangs noch die Unterstützung der
lokalen Presse und wird als „Retter“ gepriesen. Doch die
Stadtverwaltung, an deren Spitze sein Bruder Peter Stockmann
steht, sieht das ganz anders, befürchtet wirtschaftlichen
Schaden durch ein Schließen der Kuranstalt und will die
wissenschaftlichen Ergebnisse nicht ernst nehmen, viel
lieber noch vertuschen.
Es kommt zur großen Auseinandersetzung der Brüder
Stockmann.
Dem Bürgermeister, Peter Stockmann, gelingt es mit seinen Argumenten, die Majorität der Stadt auf seine Seite zu ziehen, bis der Badearzt schließlich zum meistgehassten Mann der Stadt wird, zum „Volksfeind“, dessen Haus man mit Steinen bewirft. Er verliert sein Amt, die Tochter ihre Anstellung, und die Spekulation seines Schwiegervaters mit den Aktien der Badeanstalt bringt dann noch den finanziellen Ruin für seine Frau. Doktor Stockmann bleibt dennoch bis zuletzt der unbeugsame und kompromisslose Idealist und will mit moralischer Unterstützung seiner engsten Familie diesen Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit weiterführen.
Henrik Ibsen hat mit diesem Stück grundlegende Missstände
im öffentlichen Leben aufgezeigt und 1883 damit in Norwegen
einen heftigen politischen Meinungsstreit ausgelöst. Die
öffentlichen Zustände, die Wankelmütigkeit und Verlogenheit
der Menschen haben sich aber kaum geändert, und deshalb hat
das Stück noch immer brisante Aktualität.
Herz-Kestraneks Textfassung schält die Handlung aus dem
norwegischen Umfeld heraus, reduziert das Pathos der Reden
und konzentriert das Geschehen auf die
Hauptfiguren. Regisseur Wiesner hat hier für dieses
politisch konfliktreiche „Männerstück“ eine fabelhafte
Besetzung, die das Theater sehr nahe an das echte Leben
rücken wird.