FESTSPIELE REICHENAU
Ein Volksfeind
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Henrik Ibsen
„Ein Volksfeind“
Schauspiel in fünf Akten
Dr. Thomas Stockmann, Badearzt Miguel Herz-Kestranek
Frau Stockmann, seine Frau Elisabeth Augustin
Petra, ihre Tochter, Lehrerin Elisa Seydel
Peter Stockmann, sein älterer Bruder, Bürgermeister Peter Matić
Morten Kiil, Gerbermeister Rudolf Melichar
Hovstad, Redakteur Eduard Wildner
Billing, Redakteur Hans Dieter Knebel
Aslaksen, Buchdrucker Wolfgang Pampel

u.a.

Regie: Helmut Wiesner
Textbearbeitung: Miguel Herz-Kestranek
Bühne: Peter Loidolt
Kostüme: Erika Navas
Licht: John Lloyd Davies

PREMIERE: Samstag, 3. Juli 2010, 19.30 Uhr
THEATER REICHENAU - GROSSER SAAL (Sitzplan und Preise)
Weitere Vorstellungen siehe Spielplan
Ein Volksfeind

Die Handlung spielt in einem Kurort, in dem die florierende Badeanstalt viele Kurgäste und Patienten anzieht und daher von wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung ist. Untersuchungen des Kurarztes Doktor Thomas Stockmann ergeben, dass die Wasserleitung durch die von seinem Schwiegervater betriebene Gerberei verseucht wird, und sich die Kuranstalt auf „verpestetem Grund“ befindet, sodass das Wasser verseucht und gesundheitsschädlich ist. Doktor Stockmann beschließt, diese Tatsache an die Öffentlichkeit zu bringen, gewinnt anfangs noch die Unterstützung der lokalen Presse und wird als „Retter“ gepriesen. Doch die Stadtverwaltung, an deren Spitze sein Bruder Peter Stockmann steht, sieht das ganz anders, befürchtet wirtschaftlichen Schaden durch ein Schließen der Kuranstalt und will die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht ernst nehmen, viel lieber noch vertuschen.
Es kommt zur großen Auseinandersetzung der Brüder Stockmann.

Dem Bürgermeister, Peter Stockmann, gelingt es mit seinen Argumenten, die Majorität der Stadt auf seine Seite zu ziehen, bis der Badearzt schließlich zum meistgehassten Mann der Stadt wird, zum „Volksfeind“, dessen Haus man mit Steinen bewirft. Er verliert sein Amt, die Tochter ihre Anstellung, und die Spekulation seines Schwiegervaters mit den Aktien der Badeanstalt bringt dann noch den finanziellen Ruin für seine Frau. Doktor Stockmann bleibt dennoch bis zuletzt der unbeugsame und kompromisslose Idealist und will mit moralischer Unterstützung seiner engsten Familie diesen Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit weiterführen.

Henrik Ibsen hat mit diesem Stück grundlegende Missstände im öffentlichen Leben aufgezeigt und 1883 damit in Norwegen einen heftigen politischen Meinungsstreit ausgelöst. Die öffentlichen Zustände, die Wankelmütigkeit und Verlogenheit der Menschen haben sich aber kaum geändert, und deshalb hat das Stück noch immer brisante Aktualität.
Herz-Kestraneks Textfassung schält die Handlung aus dem norwegischen Umfeld heraus, reduziert das Pathos der Reden und konzentriert das Geschehen auf die Hauptfiguren. Regisseur Wiesner hat hier für dieses politisch konfliktreiche „Männerstück“ eine fabelhafte Besetzung, die das Theater sehr nahe an das echte Leben rücken wird.