In dieser Zeit ein Sommer-Programm vorzustellen, in der die Corona-Pandemie im ganzen Land und international die Menschen in Sorge und Ängste versetzt, ist ein gewagtes Spiel! Ein gewaltiges Risiko!

Und dennoch – wir alle sehnen doch eine Zeit herbei, in der unser Leben wieder einigermaßen „normal“ sein kann! Die langen Monate mit Gesichtsmasken, sozialer Distanzierung, enervierenden Medienberichten über neue Verordnungen, Arbeitslosigkeit, Absagen und Verschiebungen, Reisebeschränkungen haben uns aus unserm gewohnten Lebensrhythmus herausgerissen, auch wenn wir dabei persönlich von Covid 19 verschont geblieben sind. Aber die Furcht vor einer Ansteckung bleibt im Raum, solange kein verlässliches Gegenmittel verfügbar ist.

Es ist also notwendig, bei einer Vorausplanung die derzeit vorgegebenen Sicherheitskonzepte mit einzukalkulieren, damit sich interessierte Besucher einer Veranstaltung wohl und sicher fühlen. Ein privates Festival – mit ungesicherter öffentlicher Subventionierung – hat es da natürlich viel schwieriger als die staatlich finanzierten großen Kulturtempel und Festspiele. Der finanzielle Ausfall von vorgeschriebenen „Freiplätzen“ (so etwas hat es bei den Festspielen Reichenau jahrzehntelang nicht gegeben!) und die zusätzlichen Ausgaben für die Schutzmaßnahmen bedrohen ernsthaft das Überleben des Veranstaltungsbetriebes und vieler seiner Mitwirkenden.

Und dennoch – wir wollen das Programm endlich zeigen, das wir schon wohlvorbereitet für den Sommer 2020 angelegt hatten! Wir wollen es mit einer verkürzten, etwas modifizierten Form anbieten und die Mitglieder und Besucher ersuchen, auch die etwas geänderte Karten-Abwicklung verständnisvoll und wohlmeinend mitzutragen. Es wird uns allen viel Flexibilität und Kreativität abverlangt, damit wir in dieser herausfordernden Zeit bestehen können.

Zur Aufführung kommen nun die vier großen Theaterstücke, wie diese schon in der Programm-Aussendung 2019/20 angekündigt waren. Als ein musikalisches Highlight wird das Schubert-Klavierkonzert von Oleg Maisenberg stattfinden und den Besuchern Freude bereiten.
Etwas verändert wird 2021 die „Literatur in Szene“ präsentiert. Das szenisch aufwändig geplante Spiel (J. Roth „Die Geschichte der 1002. Nacht“) ist als dritte Produktion im Neuen Spielraum mit den Corona-Kapazitäts­beschränkungen leider nicht durchführbar. Als neue Variante wird daher im Großen Saal „Die Tante Jolesch“ von Friedrich Torberg angeboten.
Das Thema „Veränderung“, das schon im letzten Magazin angesprochen wurde, zieht sich auch im neuen Jahr weiter durch, wenn zum Beispiel im März 2020 durch den bedauernswerten, plötzlichen Herz-Tod von Sascha Oskar Weis oder durch eine neue Berufsentscheidung von Maria Happel Besetzungsänderungen notwendig wurden.

Das Theater Reichenau soll im Sommer 2021 wieder geöffnet sein für seine Künstler und Besucher! Vielleicht ist bis dahin schon manche Sorge obsolet geworden und wir können wieder frei atmen. Wir haben keine Gewissheit, wie es sein wird – aber Mut und Optimismus, der Glaube an das Theater, die Zuversicht der Künstler und die Treue unseres Publikums veranlassen uns zu diesem gewagten Schritt!

Es wäre wunderbar, wenn auch Sie weiterhin
mit uns diesen Weg gehen!

Renate und Peter Loidolt
Peter und Renate Loidolt
1988 – 2021
Wir alle brauchen einen hoffnungsvollen, optimistischen Blick in die Zukunft!
Natur und Kultur und ein wenig Festspiel-Atmosphäre sollen dazu beitragen!